Fotografie bedeutet für mich nicht Perfektion
Aktualisiert: 6. Okt.
Natürlich möchte ich technisch gute Bilder machen. Ich beschäftige mich mit Licht, Bildgestaltung, Farben und all den Dingen, die zu meinem Handwerk dazugehören.
Aber irgendwann habe ich verstanden, dass das technisch perfekteste Bild nicht zwangsläufig das wertvollste sein muss.
Manchmal sitzt der Fokus nicht hundertprozentig. Manchmal ist das Licht schwieriger. Manchmal entsteht ein Moment so schnell, dass ich einfach nur reagieren kann.
Und trotzdem kann genau dieses Bild Jahre später das sein, das einen Menschen am meisten berührt.
Deshalb sehe ich eine Galerie nie als Sammlung einzelner perfekter Fotografien.
Für mich ist sie eine Geschichte.
Und jede Geschichte besteht aus ganz vielen kleinen Puzzleteilen.
Ich möchte Geschichten konservieren
Heute passiert so vieles ganz selbstverständlich.
Wir lachen miteinander.
Kinder werden größer.
Menschen verändern sich.
Familien entwickeln sich weiter.
Wir halten eine Hand, ohne darüber nachzudenken.
Und irgendwann sind genau diese Dinge nicht mehr selbstverständlich.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum Fotografie für mich einen so großen Wert hat.
Ich möchte nicht einfach nur zeigen, wie etwas aussah.
Ich möchte etwas davon bewahren, wie es sich angefühlt hat.
Die Menschen vor meiner Kamera sollen ihre Bilder nicht nur anschauen und denken: „Da sahen wir gut aus.“
Ich wünsche mir vielmehr dieses:
„Genau so waren wir.“
Und ja – ich gebe dabei auch etwas von mir selbst hinein
Das habe ich lange unterschätzt.
Fotografie ist für mich persönlich.
Mit jedem Bild zeige ich ein kleines Stück davon, wie ich einen Menschen, eine Situation oder einen Moment wahrgenommen habe.
Und das macht verletzlich.



Kommentare